(DE) Sessionbericht: Mistress Firewolf, Studio LUX (by miezecat)

Februar 9, 2020 | FemDom, lezdom

Um unterkomplex zu werden: Mistress Firewolf sieht verdammt heiß aus.

Selbst wenn sie einfach nur in einem Stuhl sitzt und raucht. Ich knie nackt vor ihr und habe mein 1000-Watt-Lächeln angeknipst. Und wenn ich sie nicht gerade euphorisch anstrahle, öffne ich den Mund, damit sie mir auf die Zunge aschen kann. Ich habe zwar keinen Fetisch, als Aschenbecher zu dienen. Aber die Abscheu vor der Glut und dem Geschmack hatte mir eine Herrin vor zehn, zwölf Jahren abtrainiert. Heute ist meine abgeklärte Beziehung zu dieser Technik die perfekte Gelegenheit, um mich als gehorsame Sub zu präsentieren.

So richtig devot bin ich ja nicht. In der Regel spiele ich mit ausgemachten Sadisten, die (wenn überhaupt) devote Gesten nur im Rahmen eines Rollenspiels abrufen. Aber ja, ich beherrsche die gängigen Regeln der Unterordnung. Und Mistress Firewolf erwartet maximale Unterordnung. Da ich mit ihr spielen will, muss ich mich sachlogisch anpassen. Und dabei gebe ich 100 Prozent. Zum Zeitpunkt der Zigarettenpause hatte ich bereits ausgiebig an ihren Stiefelspitzen genuckelt, hatte mir widerstandslos ein rotes Band mit einem Glöckchen um den Hals binden lassen und war gehorsam auf allen Vieren neben der Göttin gekrabbelt.

Und ich hatte das Vorgespräch überlebt. Generell bin ich in diesen Situationen immer aufgeregt und unsicher. Heute kam noch die Sprachbarriere hinzu. Viele können ihre sexuellen Vorlieben ja nicht einmal in ihrer Muttersprache benennen. Auf englisch dazu vorzutragen, ist noch mal etwas anderes. Hatte ich das Vorgespräch vorbereitet? Natürlich hatte ich das. Also, saß ich in meinem Lieblingsraum im LUX und ratterte meinen Text runter. Vorlieben und Tabus. Und wie immer hatte ich mein Lieblingsspielzeug mitgebracht. Leider fehlte mir dann doch eine wichtige Vokabel: "Well, I wondered whether you would like to use one of my favourite toys. It is a … a … äääähhh… a WÜRGELEINE." Meine innere Stimme applaudierte sarkastisch, während sie das Toy neugierig in die Hände nahm. Für Humilation-Play brauche ich nicht einmal eine Herrin. Das kriege ich schon alleine hin.

Als ich den letzten Rest Asche schlucke, ist diese Szene aber schon wieder vergessen. Mein Selbstbewusstsein hat wieder normales Katzenniveau erreicht und ich starre die Herrin erwartungsvoll an. Es könnte jetzt halt schon mit richtiger Action losgehen. Stöcke und Peitschen hatte ich schon entdeckt. Da ich heute aber krass devot bin, wage ich es nicht, meine Erwartungshaltung in Worte zu kleiden, sondern versuche es mit Gedankenübertragung.

Yap, funktioniert. Wenig später hänge an Händen und Füßen gefesselt am Stahlrahmen des Bettes und konzentriere mich auf das Aufwärmprogramm. Feuriger Wolf, wie ich sie heimlich nenne, wärmt mich großflächig auf und ich atme gegen den Schmerz. Zufrieden registriere ich, wie viel Zeit sie sich für das Spanking nimmt. Für mich ist das Aufwärmen einfach der wichtigste Teil beim Flag und entscheidend für die ganze Session. Mit Cold Caning kann ich so viel anfangen wie mit Keuschheit – nämlich gar nichts.

Ich spanne den Körper an, spüre wie der Kreislauf anfängt zu arbeiten und … gehe plötzlich und unerwartet an die Decke. Die Göttin verfügt nämlich über sehr irdische und verdammt spitze Fingernägel, die sie mir hemmungslos in's Fleisch bohrt. Das bringt mich zum Jaulen und noch am nächsten Tag werden ihre Kratzer meinen Rücken zieren.

Immerhin bringt mein Geheule die Herrin zum Lachen. Finde ich gut. Meine Sorge war es vor der Session, dass ich es mit einer unterkühlten Schönheit zu tun habe, die immer auf die adäquate Rohrstocklänge Abstand achtet. Das wäre okay, damit komme ich schon klar. Aber ich mag Leute lieber, die zum Lachen nicht in den Folterkeller gehen. Es nimmt dem Top nichts an Souveränität oder Würde, wenn Subbi auch mal einen Spruch machen darf. Ich mag es, wenn eine Herrin lacht. Und ich mag es, wenn Frauen mich anfassen.

Und tatsächlich belohnt die Mistress meine nahezu tadellosen Manieren mit viel Nähe und Aufmerksamkeiten. Sie spuckt mir in den Mund und knetet meine Brüste. Ich lutsche an ihren Fingern und schuffele meinen Kopf an ihrer Schulter. Herr im Himmel, ich bin schon wieder unsterblich verliebt.

Die Peitsche in ihrer Hand erkenne ich sofort aus einem ihrer Videos. Es ist eine sehr schöne Singletail, die die Herrin auch tadellos beherrscht. Insgesamt ist ihre Schlagtechnik klasse. Nicht nur mit der Peitsche, sondern auch dem Flogger, den kurzen, breiteren Riemen und den diversen Stöcken. (Ich will jetzt nicht kleinkariert wirken, aber ich finde Schlagtechnik wichtig. Also, ich breche keine Session ab, bloß weil mal ein Schlag daneben geht. Aber ich hasse es, wenn Tops den großen Herrscher markieren und sich dann mit dem Flogger selbst treffen.)

Mit der Peitsche bringt die Herrin mich weidlich zum Schwitzen, doch erst mit dem Rohrstock wird es richtig unterhaltsam. Zehn Hiebe sind immer eine Einheit, danach kommt eine kurze Pause. Ein simples, aber überaus bewährtes System, bei dem ich mich sehr gut auf mein Schmerzempfinden fokussieren kann. Ach ja, und ich soll mitzählen und mich für jeden Schlag bedanken. Naja, das ständige "Thank You, Mistress" hätte ich jetzt nicht zu meinem Glück gebraucht, aber hey, so eine Session ist schließlich ein ständiges Geben und Nehmen. Wobei sie echt ziemlich freizügig gibt und ich ziemlich viel nehme.

Als ich schon stark gezeichnet bin, gönnt sie mir eine Pause, die ich leider nicht so richtig genießen kann. Die Herrin setzt mir nämlich so eine Art Haarreifen mit Katzenohren auf. Boah, auf so was kann ich gar nicht. Nbääääh. Genervt verdrehe ich die Augen und mache klar, wie unendlich bescheuert dieses Ding ist. Ich zügele meine Genervtheit, weil sie das nur noch mehr anspornt und bettele devot, aber ausgesprochen bestimmt darum, von dieser Geißel befreit zu werden. Eher kann sie mir die Haut in Streifen vom Körper peitschen, als das ich mit so was auf dem Kopf… bevor ich mich in etwas hineinsteigern kann, hat sie Mitleid.

Danach sind wir wieder Freundinnen und ich notiere gedanklich ein neues Hardlimit: Katzenaccessoires. Feuriger Wolf hilft mir mit dem Rohrstock über die Öhrchen-Affäre hinweg. Mittlerweile bin ich schweißüberströmt und schreie das halbe Studio zusammen. Die Session läuft also prima! Ich habe das Zeitgefühl bereits verloren, als ich mich rücklings auf das Bett legen soll. Dabei merke ich, wie heiß und geschwollen meine Rückseite bereits ist. Ich schließe die Augen, horche in mich hinein, spüre meinen Puls hämmern, atme tief durch und entspanne jeden einzelnen Muskel. DAS sind absolut perfekte Momente, in denen ich vollständig bei mir bin.

Als ich die Augen wieder öffne, brennt sich mir ein atemberaubender Anblick in die Netzhaut: die spanische Schönheit kniet zwischen meinen Beinen und dringt mit ihren Fingern in mich ein. Ihre langen, schwarzen Haare fallen über ihre Schulter, sie sieht mich mit einem Blick an, der nicht mehr lasziv sondern schon verschlingend ist. Es völlig klar, dass ich nicht lange brauchen werde… Ich bin feucht und als sie entdeckt, wie feucht ich bin, beißt sie sich grinsend auf die Unterlippe. Hatte ich erwähnt, dass ich verliebt bin? Bald darauf zieht sich alles in mir zusammen, um dann Wellen von Entspannung durch meinen Körper zu senden.

Laut lachen muss ich dann doch, als die Göttin begeistert anmerkt, "you are so wet, I don't even need GLEITGEL." Super, ich bin offensichtlich nicht die einzige, der ein paar Vokabeln fehlen. Nur Sekunden später bleibt mir das Lachen im Hals stecken, als sie auf mir liegt und mir in's Ohr wispert: "I think, you can get some more caning."

Ohhhhhhh, das ist jetzt aber … ungünstig. Mir geht es nämlich wie den meisten Männern, dass ich nach einem Orgasmus deutlich sensibler bin als davor. Und überhaupt haben wir ja schon ziemlich viel "Caning" gehabt. Ich verziehe den Mund zum angespannten Schweppes-Lächeln. Zum Glück sagt die Herrin dann den Satz, der alle Bedenken beiseite wischt: "you can do that for Me." Da ist das Katzen-Ego dann wieder am Start. Und mit etwas Konzentration und ziemlich viel Geschrei halte ich dann auch die zweite Runde durch.

Zur Belohnung bekomme ich so eine Maske, mit deren Hilfe das Atmen zwar eingeschränkt, aber nicht gänzlich unterbunden wird. Keine Ahnung, wie das Spielzeug heißt. Habe ich auch bisher nur einmal ausprobiert. Und ich finde es gut, dass sich die Herrin auch während der Session die Zeit nimmt, mir die Maske zu erklären und dann abfragt, ob ich das will. Harte Katze hin oder her, es ist unsere erste gemeinsame Session, und Atemreduktion ist ein sensibles Thema und dann doch gefährlicher als … Katzenohren zum Beispiel. Ich stülpe mir die Maske über und atme konzentriert.

Was die Herrin im Anschluss mit mir im Bett macht, verdient auf jeden Fall das Label "Göttlich". Sie dreht richtig auf und ich muss mich ranhalten, um ihr Tempo mitzugehen.

Irgendwann liegen wir dann nebeneinander, sie ruht auf meinem Arm, ich kann mein Glück kaum fassen. Ob das ein guter Zeitpunkt ist, um mein Gedicht aufzusagen? Nein,  war ich nicht selbst kreativ geworden. Aber J. W.v. Goethe, der alte Schwerenöter, hätte sicher nichts dagegen, wenn ich mit seinen Zeilen eine Gottheit beeindrucken wollte:

"Beim Himmel, dieses Kind ist schön!
So etwas hab ich nie gesehn.
Sie ist so sitt- und tugendreich,
Und etwas schnippisch doch zugleich.
Der Lippe Rot, der Wange Licht,
Die Tage der Welt vergeß ich's nicht!
Wie sie die Augen niederschlägt,
Hat tief sich in mein Herz geprägt."

Ich habe dann übrigens doch die Klappe gehalten.
Es gibt Augenblicke, die sind so schön, dass einfach jedes Wort zu viel ist.